It takes a village…

…to raise a child.

(Nigerian Proverb)

Wie schön es doch ist, wenn ein Kind aufwachsen kann in einer Umgebung, die bestrebt ist, es in‘s Leben zu lieben. Begleitet von ihren Eltern, Geschwistern, Großeltern und Urgroßeltern darf dieses kleine Mädchen immer mehr von seinem Umfeld entdecken.

Nicht jeder wächst so auf – das Sprichwort geht jedoch über den Kreis der Familie hinaus: Ich erinnere mich an so einige nicht mit mir verwandte Menschen, die mich in meiner Kindheit und Jugend positiv geprägt haben.

Da ist zum Beispiel meine Grundschullehrerin Frau B., die jedem ihrer SchülerInnen – somit auch mir – ab und zu kleine Briefe schrieb (wahrscheinlich, um unseren sprachlichen Ausdruck zu verbessern).

Über jede unserer schriftlichen Antworten freute sie sich und ging in ihrem Antwortbrief darauf ein. Ich fühlte mich dadurch von der Lehrerin, die ich so schätzte und auch ein wenig bewunderte, ernst genommen.

Da meine beide Großelternpaare weiter weg wohnten, besuchten wir (unter anderem) jeden Nachmittag des 24. Dezember unsere Nachbarn A. und N. – ein älteres Ehepaar, dessen eigene Kinder und Enkel ebenfalls aufgrund großer geographischer Distanzen selten dort sein konnten.

Für diesen vorweihnachtlichen Nachmittag bereiteten wir vier Geschwister stets ein kleines „Programm“ vor, was wir (sollte einem von uns nicht kurz vorher eine Laus über die Leber gelaufen zu sein) stolz präsentierten.

Mir ist so mancher Nachmittag bei A. und N. im Gedächtnis, an dem ich das Gefühl hatte, dass Heimat mehr umfassen kann als die unmittelbare Familie.

Auch D., eine Frau, die auf meine Geschwister und mich aufpasste, wenn meine Eltern mal unterwegs waren, hat mich geprägt: Ihr Auto hieß „Mäxchen“, ihre Uhr trug sie nicht am Handgelenk, sondern als Kette um den Hals – und wir hatten das Ritual, dass es stets an einem Abend Sandwichtoast gab, wenn sie kam. Sie war kein Muttersatz – aber ich schlief trotzdem ein mit einem Gefühl von Geborgenheit, wenn ich sie im Haus wusste.

So kann jeder von uns Teil sein von diesem Dorf, das es braucht, um ein Kind großzuziehen. Mögen wir Freude daran haben, einen besonderen Platz im Leben der Kinder um uns herum einzunehmen.

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