Stille Herrlichkeit

„Zuvörderst will ich ein Landschaftsmaler werden“, erwiderte ich, „und habe dazu allerdings große Lust und hoffe, der liebe Gott werde mir auch das Geschick geben!“

„Ein Landschaftsmaler? Das heißt, merkwürdige Städte, Gebirge und Weltgegenden abbilden? Hm! Dieses scheint mir nicht so übel zu sein, da lernt man wenigstens die Welt kennen und kommt weit umher; Länder, Meere und allenfalls auch die Menschen dazu;

aber dazu gehört besonderer Mut und eigenes Glück, wie mich dünkt, und vor allem soll, meines Erachtens, ein junger Mensch darauf denken, wie er im Lande bleiben und sich redlich nähren, auch seinen Mitbürgern sich nützlich und seinen Eltern dienstbar erweisen kann!“

„Die Landschaftsmalerei, die ich im Sinne habe, ist nicht sowohl, was Ihr hiermit darunter versteht, Herr Vetter, als etwas ganz anderes!“

„Nun, und das wäre?“

„Sie besteht nicht darin, daß man merkwürdige und berühmte Orte aufsucht und nachmacht, sondern darin, daß man die stille Herrlichkeit und Schönheit der Natur betrachtet und abzubilden sucht,

manchmal eine ganze Aussicht, wie diesen See mit den Wäldern und Bergen, manchmal einen einzigen Baum, ja nur ein Stücklein Wasser und Himmel.“

[…] Der Schulmeister trat an das Fenster und schaute etwas überrascht hinaus. „Also dieser kleine See zum Beispiel, diese meine holdselige Einsamkeit würde ein genugsamer Gegenstand sein für die Kunst, obgleich niemand den Namen kennte, bloß wegen der Milde und Macht Gottes, die sich auch hier offenbart?“

„Ja gewiß! […]“

„Jetzt habe ich alter Mensch wieder etwas Neues gelernt“, sagte mein Vetter gerührt, „es ist doch höchst merkwürdig, in wie vielen Weisen der menschliche Geist sich äußern kann.“

(Ausschnitt aus Gottfried Kellers Roman „Der grüne Heinrich“)

„Stille Herrlichkeit“ – Diese Worte aus einem Roman Gottfried Kellers passen meines Erachtens wunderbar zu dieser traumhaften Kulisse.

Es war für mich ein Geschenk, diesen Ausblick ein Wochenende lang genießen zu dürfen! Ich habe versucht, ihn ein Stück weit „einzufangen“, um die friedvolle Atmosphäre, welche der von majestätischen Bergen umgebene See ausstrahlt, eindrücklich in Erinnerung behalten zu können:

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